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Charmante Erzählung über das, was zählt.

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden, Genki Kawamura

Es gibt zu viele Sachen. Überall liegen sie herum. Manchmal fragt man sich, wie sie eigentlich alle dorthin gekommen sind, wo sie jetzt sind – und wer um alles in der Welt gesagt hat, dass wir sie wirklich brauchen. WENN man dann mal eine Sache wirklich braucht, ist sie oft unter so vielen anderen Sachen begraben, dass man sie nicht mehr findet. Selbst verloren gehen einem Sachen noch auf die Nerven.  

Wie wäre es wohl, wenn alle diese Sachen verschwänden?

Oder besser: die, die uns allen den Blick auf das Wichtige versperren, auf das Leben oder auf uns selbst? Das wäre ein ziemlich guter Deal. Nur leider ist dies nicht wirklich der Deal, den der junge Briefträger in Genki Kawamuras zauberhaftem Buch WENN ALLE KATZEN VON DER WELT VERSCHWÄNDEN mit dem Teufel macht.

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden, Genki Kawamura

Ein Teufel im Hawaii-Hemd.

Als ein japanischer Briefträger mit Dreißig erfährt, dass er nicht mehr lange zu leben hat, lässt er sich auf einen ungewöhnlichen Pakt mit dem Teufel ein: Für jeden geschenkten Tag, den der Briefträger länger leben kann, darf der Teufel etwas aus der Welt verschwinden lassen. Bedenkt man, wie viele unnütze Dinge es auf der Welt gibt, klingt das erst einmal nach einem Dienst an der Menschheit und einem langen, glücklichen Leben. Vielleicht wären wir ja alle wirklich ohne Mobiltelefone, Armbanduhren und Hollywoodschnulzen besser dran. Die Sache hat nur leider einen Haken:

Der Teufel entscheidet, was als Nächstes verschwindet. Und das sind schon mal nicht die Hawaii-Hemden und Badeshorts, die er im Buch so gerne trägt. Was soll’s, mag der geschätzte Leser trotzdem denken. Bevor ihm einfällt, dass es auf der Welt nicht nur Schimmelpilze, Brokkoli und Steuererklärungen gibt, sondern auch Schokolade, Waschmaschinen und … Katzen.

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden, Genki Kawamura

Die ersten Tage geht alles gut, bis es einer Katze namens Weißkohl an den Kragen gehen soll, die zufällig sowas wie der beste Katzenkumpel des todkranken Postboten ist. Und mit Weißkohl wären dann die anderen Vertreter ihrer Art direkt auch alle weg.

Katze oder Leben?

Während ein ungewöhnlich jovialer Teufel noch Bedenkzeit gewährt, dämmert es dem Postboten (und dem Leser) langsam, dass wir selbst den Dingen eine Bedeutung verleihen, nicht umgekehrt. Der kleinste Gegenstand kann mit der Erinnerung an die größte Liebe verknüpft sein, das Mobiltelefon eine Möglichkeit, sich näher zu kommen. Der Kieselstein in der Kiste unserer Kindheit der größte Schatz.

Ganz große, kleine Erzählung.

Das Büchlein ist mit viel Witz und sprachlichem Geschick erzählt und sehr inspirierend. Ich mag es auch deshalb, weil es in einer Zeit des Minimalismus die Dinge von einer ganz anderen Seite betrachtet. Fazit: Ohne WENN ALLE KATZEN VON DER WELT VERSCHWÄNDEN wäre die Welt ein Stück ärmer. Unbedingt lesen!

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden, Genki Kawamura

Genki Kawamura ist ein japanischer Filmproduzent. Von seinem Debütroman hat er in Japan direkt über eine Million Exemplare verkauft und einen internationalen Bestseller gelandet, der bereits verfilmt wurde.

Titel: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
Autor: Genki Kawamura
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann
Auflage: Deutsche Erstausgabe (23. April 2018)

Transparenz: Meine deutsche Ausgabe ist ein Rezensionsexemplar.
Lieben Dank an den Verlag für die freundliche Bereitstellung.

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