Alle Artikel mit dem Schlagwort: Liebe

Schund und Sühne, Anna Basener

Kitsch reloaded.

Letztens habe ich ein Interview mit Anna Baseler gelesen, die über zehn Jahre lang Groschenroman-Autorin war, bevor sie ihren ersten Roman verfasste. Ehrlich gesagt hatte ich bis dahin noch nie darüber nachgedacht, dass diese ganzen Heftchen nicht einfach so vom siebten Himmel fallen. Besagte Autorin war jedenfalls top im schwülstigen Schreiben, und unter dem Pseudonym Catharina Chrysander wurde sie die „erfolgreichste deutsche Groschenroman-Autorin“ (DIE ZEIT). Irgendwann hatte Frau Baseler sie dann alle mal gehabt, die Happy Ends. Fortan schrieb sie Romane: 2017 erschien ihr ausgezeichnetes Debüt ALS DIE OMA DEN HUREN NOCH TAUBENSUPPE KOCHTE, das im Schauspiel Dortmund auf der Bühne aufgeführt und aktuell fürs Kino verfilmt wird. Im Januar 2019 folgte SCHUND UND SÜHNE. Und da ich eine glühende Verfechterin des einfachen Wortspiels bin, ging mir das Buch einfach nicht mehr aus dem Kopf. Die Story ist simpel und kurzweilig: Eine Berliner Groschenroman-Autorin gelangt durch ein etwas nachlässig vergebenes Literaturstipendium auf ein Schloss in Niedersachsen. Selbstverständlich verliebt sie sich dort schon bald in den Prinzen – nur der steht auf Männer. Ende der Kitschgeschichte? …

Insta

Instagram. Von Liebe und Zeit.

Seit ich den Blog hab, lese ich seltener Bücher. Zugegeben, eine ganze Menge meiner Zeit geht für Instagram drauf, und manchmal ärgere ich mich darüber. Nicht zuletzt, weil Insta mir vor Augen führt, was ich alles nicht kann. Fotos machen zum Beispiel. Ehrlich gesagt bewegen sich meine Skills im Fotografieren ungefähr auf dem Level meiner Kochkünste: Mit viel Konzentration krieg ich eine anständige Bolognese hin. Fotos für Instagram zu machen ist demnach für mich, als würde ich permanent Menschen zu mir nach Hause zum Essen einladen und sie bitten, Likes zu hinterlassen. Alle sind voll nett, und man wird nie erfahren, warum einige nie wiederkommen. Oh Gott, die haben sich bestimmt den ganzen Abend gelangweilt, und außerdem hatten die gestern schon Italienisch. Und schon sitzt man geknickt in der Sofaecke rum und stellt die komplette Zeit, die man davor in der Küche gestanden hat, ordentlich in Frage.  Klar geht es bei einem Buchblog in erster Linie um Inhalte, aber ich freu mich ja selbst, wenn mein Feed schön aussieht und was hermacht. Zwischendurch, aus purem …