Alle Artikel mit dem Schlagwort: Buchtipp

Nachttiger, Yangsze Choo

Juwel in Buchform.

Wer mich näher kennt, der weiß, dass „zu Tränen gerührt“ nicht gerade zu meinen Top-Drei-Allgemeinzuständen gehört. Trotzdem habe ich mir eben tief beeindruckt diesen bildschönen Fünfhundertseiten-Schinken ans Herz gedrückt. Wow, wie toll war das denn bitteschön. Nachttiger ist das zweite Buch der Malaysierin Yangsze Choo und das erste, das von ihr auf Deutsch verlegt wurde. Streckenweise liest es sich fast wie ein poetischer Thriller. Oder ein exotisches Märchen. Oder auch mal der reinste Liebesroman. Dieser ungewöhnliche Mix ist es auch, der mich total geflasht und betört hat. Abgesehen davon lese ich gerne Geschichten über ein Stück Geschichte, und wenn sie recht subtil daherkommt.   Britisch-Malaya in den Dreißigerjahren: Der chinesische Houseboy Ren setzt alles daran, um den amputierten Finger seines verstorbenen britischen Herrn zu finden. Denn eine Seele kann nur dann Ruhe finden, wenn alle Körperteile im Tode vereint sind. Genau neunundvierzig Tage hat der elfjährige Ren Zeit, um seine Mission zu erfüllen – so lange, wie Seelen sich noch auf Wanderschaft befinden. Glücklicherweise ergattert der Junge eine neue Arbeitsstelle bei Dr. William Acton, welcher …

Kevin Kwan, Crazy Rich Asians

Soap der Superreichen.

Aschenputtel mal auf Asiatisch: Die studierte Wirtschaftsexpertin Rachel Chu und der Geschichtsdozent Nicholas Young führen seit zwei Jahren ein glückliches Leben in New York, als Nick vorschlägt, gemeinsam zur Hochzeit seines besten Freundes nach Singapur zu reisen und Rachel bei dieser Gelegenheit auch gleich seiner Familie vorzustellen.

Simon Beckett, Die ewigen Toten

Becketts sechster Streich.

In einem stillgelegten Krankenhaus im Norden Londons wird kurz vor dem Abriss die mumifizierte Leiche einer jungen Frau gefunden. Dies ruft den Forensiker David Hunter auf den Plan, der sich nicht nur mit der eigenen Vergangenheit, sondern auch mit beruflichen Grabenkämpfen und einem Tatort herumschlagen muss, der immer wieder böse Überraschungen bereithält.

Slow, Brooke Mc Alary

Entdeckung der Langsamkeit.

Ich sag mal so: Wir alle neigen dazu, stets mehr vom Gleichen zu tun und die Dinge einfach anzuhäufen. Vollkommen egal, ob Klamotten oder Alltagstätigkeiten. Auch, wenn es oft gar keinen Sinn macht: Wenn ein es ein Haufen ist, fühlt es sich erst mal gut an. Das Blöde an Haufen ist lediglich, dass die wichtigen Dinge oft ganz unten liegen. Darüber hinaus neigen Haufen oft dazu, unaufmerksame Besitzer unter sich zu begraben.

Was man von hier aus sehen kann, Mariana Leky

Deine Seele, ein Dorf.

Ich schätze es passiert selten, dass man beim Lesen eines Buches zunächst auf Seite 15 in schallendes Gelächter ausbricht, um dann auf Seite 100 ernsthaft zu heulen. Damit ist das Wichtigste zu Mariana Lekys Was man von hier aus sehen kann eigentlich schon gesagt: Es ist ein ergreifendes Buch, das man unbedingt lesen sollte. Zur Story: In einem kleinen Dorf im Westerwald kann Selma den Tod voraussehen. Dieser kommt nämlich immer an dem Tag, nachdem der alten Frau im Traum ein Okapi erscheint. So ein Traum spricht sich im Dorf schnell herum, unter anderem deshalb, weil die Frau des Bürgermeisters eine Klatschtante ist. Leider lässt der Traum aber die komplette Dorfgemeinschaft im Unklaren darüber, wen es diesmal ereilt. Und so beginnt eine regelrechte Wanderung von Geheimnissen, Gedanken oder auch Menschen, die – nur für den Fall – nochmal aufräumen wollen, bevor sie denn ggf. abtreten müssen.  „Selma hatte in ihrem Leben dreimal von einem Okapi geträumt, und jedes Mal war danach jemand gestorben, deshalb waren wir überzeugt, dass der Traum von einem Okapi und der …

Captain Underpants, Dav Pilkey

Emils Kids Tipp: „Captain Underpants“.

Das Buch habe ich durch meinen Bruder kennengelernt. Ich liebe ja Comics, und deshalb fand ich auch dieses Buch total toll. Ich liebe die Geschichte und die coolen Namen im diesem Buch. Also, in diesem Buch geht es um zwei Jungs namens George und Harold. Bei den Lehrern sind sie bekannt für ihre Streiche und für ihre schlechten Noten (die sie durchaus haben). Sie selber bezeichnen sich aber als sehr kreative Jungs, und sie finden, dass an der Jerome-Horwitz-Grundschule gar keine Jungs mit Kreativität unterstützt werden. Außerdem haben sie einen sehr fiesen Direktor namens Mr. Krupp. Dieser hat Überwachungskameras an der ganzen Schule installiert, und so hat er auch Georges und Harolds letzten Streich mitbekommen. Und der war echt sehr fies!  Die beiden hatten beim Footballspiel schwarzen Pfeffer in die Pompons der Cheerleader getan und die Muskelcreme der Footballspieler mit Juckcreme vertauscht.  Leider war das nicht alles. Mr. Krupp hatte die Streiche ja aufgezeichnet und drohte George und Harold damit, den Film den Footballspielern zu geben, wenn sie nicht ab sofort alles taten, was Mr. Krupp …

Die einzige Geschichte, Julian Barnes

Eine wie keine.

Jeder von uns hat nur eine einzige Geschichte von Bedeutung zu erzählen. Nur diese eine ragt letzten Endes wie eine Klippe aus der Brandung aller Ereignisse heraus und prägt unser ganzes Leben. Und immer ist es eine Liebesgeschichte: In Julian Barnes‘ Die einzige Geschichte schildert Paul aus der Perspektive des 19jährigen Mannes, der er einmal war, seine Geschichte – die Begegnung mit der 48jährigen Susan im Tennisclub eines wohlhabenden Londoner Vororts der Sechzigerjahre. Vielleicht ja auch dort, wo der 1946 geborene, international ausgezeichnete Bestseller-Autor Barnes selbst aufgewachsen ist. Was als gemischtes Doppel beginnt, wird schnell eine Komplizenschaft gegen die vom Krieg ermüdete, auf Sicherheit bedachte Gesellschaft.  „Eine Komplizenschaft, durch die ich ein bisschen mehr ich selbst wurde und sie ein bisschen mehr sie selbst.“ Im Laufe der Erzählung entwickelt sich zwischen den Komplizen eine Liebesgeschichte, dann eine Lebensgeschichte, die so wortgewaltig daherkommt, dass man sich ihr kaum entziehen kann. Paul indes beginnt die Liebesgeschichte mit der Klarheit und Verachtung eines Neunzehnjährigen, der angeekelt auf die innerlich verrottete Erwachsenenwelt herabblickt und denkt alles sei möglich, wenn man nur …

Tom Gates, Liz Pichon

Emils Kids Tipp: „Tom Gates“.

Wo ich bin, ist Chaos. Aber ich kann nicht überall sein! Das Buch gehörte früher meinem Bruder. Als er es mir schenkte, war ich so begeistert davon, dass ich direkt, als ich es gelesen hatte, zu meinem Kindle gegangen bin und mir die anderen Bücher gekauft habe. Und jetzt zum Inhalt: Am Anfang erzählt Tom (die Hauptperson) davon, dass er bis zur Schule eigentlich nur vier Minuten braucht, aber trotzdem fast immer zu spät kommt! Das liegt daran, dass Tom einen Freund namens Derek hat und er mit ihm gerne mal plaudert (OK, sie plaudern fast immer). Aber plaudern sie mal nicht, dann halten die Süßigkeiten aus dem Laden sie auf. Aber nun genug vom Schulweg.  Wie sieht es eigentlich aus mit Toms Morgenroutine? Das kann ich euch sagen, sie geht nämlich so: 1. Aufwachen, 2. Musik hören, 3. Gitarre spielen, 4. Aus dem Bett rollen, 5. Socken suchen, 6. Kleider suchen und 7. Wieder Gitarre spielen. Tom hat auch noch eine Schwester, die immer genervt ist und eine Sonnenbrille trägt. Außerdem gibt es da auch ein Mädchen. Sie …