Alle Artikel mit dem Schlagwort: Anna Basener

Lagerfeld your Life, Anna Basener

Die Leichtigkeit des Karlseins.

Nein, ich habe nicht Rotz und Wasser geheult, als Karl Lagerfeld im Februar 2019 gestorben ist. Ich bin mehr der Oh-Schreck-Freddy-Mercury-ist-tot-Typ. Nichtsdestotrotz hat die Welt mit Karl jemanden verloren, der die Kunst beherrschte, kreativ, impulsiv und ein Vorbild zugleich zu sein. Warhol war nie so klar im Kopf. Kinski konnte sich nicht benehmen. Hemingway hatte ständig einen Kater. Aber Lagerfeld hatte sich im Griff und war trotzdem herrlich inkonsequent. Davon abgesehen muss ich bei ihm immer an meine Freundin Katja denken, die zu Karneval mal als Lagerfeld gegangen ist, während ihr Freund Lutz Choupette war. Danach kommt nicht mehr viel, so rein style- und humortechnisch, wenn ihr mich fragt. Als ich gelesen habe, dass Anna Basener ein Buch über Lagerfeld schreibt, war es mir daher ziemlich egal, dass Karl nicht Freddy und mein Buchblog kein Styleblog ist*. Denn Frau Basener hat eine ähnliche Gabe wie Herr Lagerfeld: Sie haut Sätze raus, die ich mir am liebsten sofort auf ein Kissen sticken würde. Gute Kombination also, eine modeverliebte Schreiberin und ein Modezar, neben dem selbst Vertreter …

Schund und Sühne, Anna Basener

Kitsch reloaded.

Letztens habe ich ein Interview mit Anna Baseler gelesen, die über zehn Jahre lang Groschenroman-Autorin war, bevor sie ihren ersten Roman verfasste. Ehrlich gesagt hatte ich bis dahin noch nie darüber nachgedacht, dass diese ganzen Heftchen nicht einfach so vom siebten Himmel fallen. Besagte Autorin war jedenfalls top im schwülstigen Schreiben, und unter dem Pseudonym Catharina Chrysander wurde sie die „erfolgreichste deutsche Groschenroman-Autorin“ (DIE ZEIT). Irgendwann hatte Frau Baseler sie dann alle mal gehabt, die Happy Ends. Fortan schrieb sie Romane: 2017 erschien ihr ausgezeichnetes Debüt ALS DIE OMA DEN HUREN NOCH TAUBENSUPPE KOCHTE, das im Schauspiel Dortmund auf der Bühne aufgeführt und aktuell fürs Kino verfilmt wird. Im Januar 2019 folgte SCHUND UND SÜHNE. Und da ich eine glühende Verfechterin des einfachen Wortspiels bin, ging mir das Buch einfach nicht mehr aus dem Kopf. Die Story ist simpel und kurzweilig: Eine Berliner Groschenroman-Autorin gelangt durch ein etwas nachlässig vergebenes Literaturstipendium auf ein Schloss in Niedersachsen. Selbstverständlich verliebt sie sich dort schon bald in den Prinzen – nur der steht auf Männer. Ende der Kitschgeschichte? …