Bücher, Sachbücher
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Notizbücher können Leben retten.

Notizbücher, Suhrkamp

Vor Jahren hat mich mal jemand gefragt, welches Buch ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. „Ein Notizbuch“, habe ich gesagt. Denn bevor ich in Ermangelung einer Alternative immer das gleiche gewellte und meergesalzene Buch gegen die Sonne hielte, würde ich wohl eher ein eigenes schreiben. Außerdem machen Notizbücher verdammt gute Laune, weil sie der Anfang von allem sind. Und ausgesetzt auf einer einsamen Insel hat man früher oder später bestimmt ein klares Gute-Laune-Defizit. Mit einem Notizbuch hingegen ist man direkt viel aufgeräumter. 

Voller Tatendrang. Wohlorganisiert. Elaboriert.

Man gehört gewissermaßen zu den Klugen unter den Alltags-Schiffbrüchigen. Zu denen, die kapiert haben, was wichtig ist. Jene, deren Gedanken auch Schwarz auf Weiß noch einen Sinn ergeben. Natürlich ist das nichts für jeden, aber Chanel N° 5 ja schließlich auch nicht. 

Notizbücher und Chanel N° 5 haben gemeinsam, dass sie einen mit diesem leichten Hauch von purer Perfektion umgeben. 

Zumindest bis ich mich das erste Mal verschreibe. Das ist dann der Punkt, an dem mir auffällt, dass ich dringend mal meine krakelige Handschrift überdenken sollte. Und plötzlich ist das Leben wieder so banal, ja, fast brutal. Wie damals mit 16, als ich diesen wirklich toll aussehenden Freund hatte, der dann im Kino so schlimm gelacht hat vor allen anderen. 

Und jetzt? Einfach ein neues Notizbuch kaufen. 

Ich wollte schließlich längst diesen Roman anfangen, und ein großes Werk beginnt man nicht mit einer beschmierten ersten Seite. Überdies könnte ich gleich noch eine schöne Liste machen. Und wenn ich gerade dabei bin, kaufe ich auch einen Kalender, so einen ganz analogen. Ich beginne mein Leben quasi noch mal ganz von vorne, so rein organisatorisch. Ist das nicht aufregend? Ich freu mich schon so. 

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