Bücher, Romane
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Kann passieren, muss aber nicht.

Sowas kann auch nur mir passieren, Mhairi Mc Farlane

Das Wichtigste zuerst: Ich mag vorhersehbare Geschichten. Und ich mag Menschen, die sich am Ende kriegen. Ich mag sogar flache Geschichten, völlig egal ob deren Heldin gerade in High Heels durch NYC stöckelt, zur Regency-Zeit Walzer tanzt, in einer Steampunkt-Story ums Überleben kämpft oder auf den ersten Seiten eines Vampirromans abkratzt.

Deshalb ist SOWAS KANN AUCH NUR MIR PASSIEREN von Mhairi McFarlane eigentlich genau meine Baustelle. 

Auf den ersten Seiten macht es auch echt Spaß, der Hauptfigur, die den nervigen Namen Georgina trägt, förmlich dabei zuzusehen, wie sie durch die kleinen und größeren Katastrophen ihres aktuellen Lebens stolpert. 

Erst verliert sie ihren ohnehin schon unterirdischen Job als Kellnerin des schlechtesten Italieners weit und breit.

Dann erwischt sie ihren Freund mit einer anderen im Bett, und dann stolpert sie über ihren Jugendschwarm, der sie offensichtlich total vergessen hat. Klar, dass sie das so auf keinen Fall stehen lassen kann. Während die Dinge ihren Lauf nehmen und die Hauptfiguren sich wieder näherkommen, lernt man dann die eine oder andere Nebenfigur kennen, mit der man am liebsten hundert Jahre betrunken in der Kneipe sitzen und über ihre wahnwitzigen Einstellungen zum Leben diskutieren möchte.

Die Freundin mit der Boutique ist mir manchmal so ähnlich, dass ich weinen möchte. Der Therapeuten-Freund wäre die perfekte Ergänzung meines Freundeskreises, weil er so schön elaboriert ist und trotzdem total flache Witze reißen kann.

Also was passt mir eigentlich nicht an der Story? 

In einem Satz: Ich glaube nicht an Kausalität. Ich glaube einfach nicht an „Ich hab damals in der Schule nicht xy gemacht, deshalb bin ich heute so furchtbar z …“. Ich glaube nicht daran, dass die schlechten Dinge, die uns passieren, auch zwangsläufig schlechte Entscheidungen nach sich ziehen. Oder schlechte Menschen auch schlechte Eigenschaften in uns wecken. Oder dass man (die eigenen) Geschichten damit aufwertet, indem man sie mit einer oder zwei frustrierende Stories aus der Vergangenheit garniert. 

Daher war ich auch irgendwie raus, als Georgina nicht nur weiter durch ihr Leben strauchelt, sondern ihr Looser-Alltag in einen direkten Zusammenhang mit dem gesetzt wird, was ihr früher alles so Schlechtes passiert ist.

Den Rest hat mir dann ihre neu aufblühende Comedy-Standup-Karriere gegeben.

Wieso ist das alles so bemüht? Ich hätte es eher toll gefunden, wenn Georgina am Ende einer Bilderbuchkindheit mit zerzausten Haaren und nach Schweiß stinkend in einem Pub aushilft, um da einen rothaarigen Typen zu treffen, der so spackig aussieht wie Ed Sheeran und sie zusammen aufs Land ziehen und bis in alle Ewigkeit Sekt aus Einmachgläsern trinken. Das hätte mir gereicht, Mann, das ist doch schließlich kein Paul Auster. 

Am Ende fand ich die Beschreibung der Bestseller-Autorin bei Amazon um ein Vielfaches sympathischer als Georgina (Dieser Name. Hätte Jane es nicht auch getan?). Es ist übrigens das erste Buch, das ich von Mhairi McFarlane lese. Vielleicht les ich einfach noch ein zweites. Irgendwann.

Titel: Sowas kann auch nur mir passieren
Autorin: Mhairi McFarlane
Kindle Ausgabe
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Knaur eBook
Auflage: 1 (29. Oktober 2018)

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