Kolumne
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Mein Lesejanuar: Leseclubfestival Köln!

Leseclubfestival Köln

Ende Januar habe ich das erste Leseclubfestival Kölns besucht! Und ich bin jetzt hier mal offiziell und vollumfänglich begeistert, dass Menschen sich sowas Geniales ausdenken. Die Idee kommt von Tilman Strasser und Dorian Steinhoff von strass & stein, dem Label für Literaturvermittlung. Das Prinzip ist schnell erklärt:

4 AutorInnen, 4 Bücher, 4 Locations!

Stell dir vor, du stehst auf einer Party, und alle haben das gleiche Buch gelesen wie du. So ungefähr kann man das Leseclubfestival-Gefühl beschreiben. Denn hier treffen sich an einem Samstagabend je 20 Menschen an vier unterschiedlichen Orten, um zeitgleich über vier Bücher zu sprechen. Mit dabei sind die AutorInnen sowie ModeratorInnen, die durch den Abend führen.

Foto: Marco Piecuch.

Das Buch, das man bespricht, ist praktischerweise direkt im Ticketpreis enthalten: Ich hatte mich im Dezember für DAS MUSEUM DER WELT von Christopher Kloeble entschieden, das mir ein paar Tage nach dem Ticketkauf zugeschickt wurde. Auch wenn der Abenteuerroman, der Ende Februar im dtv Verlag erscheint, ein kleiner Wälzer ist, hatte ich also genug Zeit, um ihn entspannt zu lesen.

Die volle Leseclub-Auswahl: Abenteuer, Krimi, Sachbuch, Debüt.

Ansonsten zur Auswahl standen Selim Özdogans Krimi DER DIE TRÄUME HÖRT, Jasmin Schreibers Debütroman MARIANENGRABEN und Luisa Neubauers Sachbuch VOM ENDER DER KLIMAKRISE. Den Mix finde ich ziemlich perfekt, da er die Vielfalt der aktuellen Buchwelt zeigt. Ich hätte gerne mindestens zwei der Veranstaltungen besucht, sehe aber ein, dass sowas das Festivalprinzip sabotieren würde:-)

Am Abend der Veranstaltung haben wir uns dann in der Bücherwelt in Köln Ehrenfeld eingefunden, um DAS MUSEUM DER WELT zu besprechen. Der Roman erzählt die Geschichte eines Waisenjungen aus Bombay, der die Forscherbrüder Schlagintweit auf eine der größten Expeditionen der Geschichte begleitet, 1854-57 durch Indien. Ich habe das Buch förmlich verschlungen und werde es ganz sicher zum Erscheinungstermin hier rezensieren.

Bücherwelt, Köln Ehrenfeld, Venloer Straße

Als die ersten Gäste im Buchladen eintrafen, hat mich der zusammengewürfelte Haufen aus Buchclub-Freunden, Pärchen, Freiberuflern, Studenten und Ladenbesitzern total fasziniert. Dank der Moderation von Chistoph Danne war es leicht, einen Einstieg ins Gespräch zu finden. Überhaupt überwog die allgemeine Neugierde und Begeisterung, man konnte tiefsinnige Gespräche mit Fremden führen und auch total viel lachen.

The Autor himself mitten unter uns.

Christopher Kloeble hat „drei oder vier Jahre“ am MUSEUM DER WELT gearbeitet. Alleine für den Satz hätte sich mein Ticket schon gelohnt. Es war aber auch sonst ausgesprochen interessant, mit einem sehr aufgeschlossenen Autoren über seine Buchfiguren und sein aktuelles Indien zu sprechen, mit dem er auch familiär verbandelt ist.

Foto: Marco Piecuch.

Kloeble selbst hat das Leseclubfestival ebenfalls total gut gefallen: Eben mal keine Lesung, auf der viele das Buch noch nicht kennen. Dafür eine gehaltvolle Diskussion, die so kurz vor Buchveröffentlichung total spannend für ihn war.

Gemeinsamer Ausklang im motoki-Wohnzimmer

Leseclubfestival Köln, Foto: Leseclubfestival Köln, Foto:  Marco Piecuch.
Foto: Marco Piecuch.

Nach eineinhalb Stunden Diskussion haben sich alle vier Buch-Runden im Laden um die Ecke getroffen, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Dort habe ich mich total gut mit Mitgliedern eines privaten Buchclubs unterhalten: Ich würde echt gerne erfahren, ob ihr jetzt gerade die Biographie von Dirk Nowitzki lest, Leute.

Dann habe ich Silvia vom Blog Leckere Kekse und Heike von @literaturkulturauftour mal in Persona statt auf Insta kennengelernt. Sie haben in ihrer Runde MARIANENGRABEN diskutiert, welches ich aktuell mit großer Begeisterung lese. Diese persönlichen Begegnungen haben das Leseclubfestival Köln für mich perfekt abgerundet, und ich hoffe sehr, dass es in der Domstadt zu einer festen Einrichtung wird.

Leseclubfestival Köln

Mein Fazit: Lesen ist die geselligste einsame Sache der Welt.

Supertolles neues Leseformat, gut aufgelegte AutorInnen, interessante Gäste: Lesen ist eben gar nicht so einsam. Man lernt nicht nur viele gute Figuren kennen, sondern auch viele echte Menschen:-) Und Leser sind äußerst nette Menschen. Immer. Offensichtlich. Du bist ja einer von ihnen. Wir sehen uns auf dem nächsten Leseclubfestival. Bist du dabei, oder bist du dabei?

Transparenz: Die Karte des Leseclubfestivals habe ich bei einer Aktion von Rausgegangen gewonnen. Eine sehr coole Sache, wenn ihr viel zu Veranstaltungen in Köln oder München geht. Einfach mal anschauen!

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2 Kommentare

  1. Petra Dinse sagt

    Hat man außer dem Gewinn einer Karte noch andere Chancen an dem Leseclubfestival teilzunehmen?

    • Liebe Petra, ja, man kann online ganz normal ein Ticket kaufen. Das Buch ist dann bereits im Ticketpreis enthalten, und man bekommt es zeitig vor dem Leseclubfestival zugeschickt. Ich weiß, dass ein nächstes Festival geplant ist, aber soweit ich weiß steht der Termin noch nicht fest. Ich werde auf Instagram (@ninasbuchblog) oder hier berichten, sobald ich etwas höre:-)! Grüße, Nina

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