Bücher, Romane
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Sophies superheile Welt.

I Owe You One, Sophie Kinsella

Jeder von uns hat Autoren, von denen man so gut wie alles liest und sich freut, wenn wieder neuer Stoff rauskommt. Das ist dann ein bisschen so wie nach mehreren missglückten Folgen eine richtig gute Netflix-Serie finden: vielleicht nichts, was dein Leben verändert. Aber es schenkt dir immerhin das gute Gefühl abendlicher Totalzufriedenheit. 

Mir geht das so bei Sophie Kinsella.

Am bekanntesten sind sicher ihre Shopaholic Romane, in denen die chronisch klamme Rebecca Bloomwood durch ihr teils haarsträubend lustiges Leben zwischen Stilikone und Schlussverkauf strauchelt. Nun war ich nie ein riesengroßer Shopaholic-Fan, sondern mag andere ihrer Romane lieber. Daher bin ich auch erst mal aufgeregt hochgehüpft, als I OWE YOU ONE rausgekommen ist.

Zur Handlung:

Fixie führt den Haushaltsladen ihrer Familie in London, als sie eines Tages dem gestressten Jungunternehmer Sebastian in einem Café aus der Patsche hilft. Dieser schuldet ihr ab jetzt einen Gefallen und bittet sie eindringlich, diesen auch einzufordern. Was sie etwas später prompt tut, als Fixies große Jugendliebe Ryan dringend einen Job braucht. Leider ist Ryan so ziemlich die größte Luftpumpe seit Menschengedenken, und so schuldet Fixie Seb bald was, und es kommt zu einigen kuriosen Verwicklungen. 

Hand aufs Herz:

Man muss sich nicht groß anstrengen, um am Ende des Buches ein Happy End zu vermuten, sonst liest man ja auch vielleicht nicht Sophie Kinsella, sondern Stephen King. Aber auf dem Weg dorthin lernt man erfreulich viele Menschen kennen, die entweder zu nett, zu anständig, zu selbstverliebt oder schlicht zu dämlich sind, um wahr zu sein. Das ist für mich auch das Besondere an Kinsellas Büchern:

Figuren wachsen einem regelrecht so ans Herz, dass man sich Jahre später fragt, was denn Sam aus I’ve Got Your Number wohl heute machen würde, wenn es ihn wirklich gegeben hätte. Dazu kommt, dass in allen Situationen oder Lebenslagen immer genau so viel täglicher Wahnsinn mitschwingt, dass man förmlich in die Geschichte hineingesorgen wird, dranbleibt und nicht selten laut lachen oder auch mal peinlich berührt aufheulen möchte. 

Wenn man I OWE YOU ONE etwas vorwerfen möchte, dann sicher, dass die romantische Komödie teils recht bemüht rüberkommt im Vergleich zu anderen Kinsella-Stories.

Mich haben die Figuren entschädigt, insbesondere Fixies Schwester und Onkel; man ist echt froh, dass man beide nicht in der Familie hat. Ryan fand ich weitestgehend albern, aber der soll ja auch so sein. Schön finde ich die Anmerkung der Autorin, dass der Impuls für den Roman war, dass ein fremder Amerikaner sie in einem Café gebeten hat auf seinen Laptop aufzupassen – eben wie Seb Fixie darum bittet (und der Ami so: „I owe you one.“)

In meiner Liste der Sophie Kinsella Lieblingsbücher schafft das Buch es nicht unter die Top3, die da wäre:

I’ve got your number/Kein Kuss unter dieser Nummer
Can you keep a secret/Sag’s nicht weiter, Liebling
Twenties Girl/Charleston Girl

Zu den deutschen Titeln möchte ich lieber nichts sagen, um nicht unhöflich zu werden. Mit ist ganz oft schleierhaft, warum man englische Titel nicht einfach übersetzen kann – oder die Finger davon lassen. Wer I OWE YOU ONE nicht in Englisch lesen möchte, kann auf die deutsche Ausgabe warten, die laut Verlag am 15. Juli 2019 unter dem Titel Dich schickt der Himmel erscheint. Bis dahin empfehle ich meine Kinsella Top3. 

Titel: I Owe You One
Autorin: Sophie Kinsella
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Bantam Press 
Englische Erstausgabe: 07. Februar 2019

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