Alle Artikel in: Neu

The Doll Factory, Elisabeth Macneal

Kunst & Besessenheit im viktorianischen London.

Historischer Roman, Thriller, Liebesgeschichte und ein Hauch von Feminismus: Elizabeth Macneals THE DOLL FACTORY lässt sich keinem Genre so richtig zuordnen und überzeugt doch in allen. Die in London lebende Autorin legt mit ihrem Debütroman einen spannenden Mix vor, der bereits in der ersten Woche nach seinem Erscheinen auf Platz 1 der britischen Bestsellerliste kletterte. In Deutschland wird der Erfolg bestimmt auch nicht lange auf sich warten lassen. Zu gut ist die Kulisse, die Story und die Verquickung von echtem Zeitgeschehen mit fiktiven Schicksalen. London, 1850. Die ganze Stadt macht sich bereit für die erste Weltausstellung der Geschichte. Im Hyde Park können Flanierende bereits die Umrisse des imposanten Kristallpalastes bewundern, in dem bald tausende Exponate ausgestellt werden – darunter auch der erste Telegraf und moderne Werke aufstrebender Künstler. Die Welt von Iris Whittle hingegen ist klein und trist. Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Rose schuftet sie in einer Manufaktur für Puppen, deren Gesichter sie mit makellosen Zügen ausstattet. Doch im Verborgenen lebt die junge Frau ihren Traum vom Künstler-Dasein und steht sich selbst Modell, während der …

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden, Genki Kawamura

Charmante Erzählung über das, was zählt.

Es gibt zu viele Sachen. Überall liegen sie herum. Manchmal fragt man sich, wie sie eigentlich alle dorthin gekommen sind, wo sie jetzt sind – und wer um alles in der Welt gesagt hat, dass wir sie wirklich brauchen. WENN man dann mal eine Sache wirklich braucht, ist sie oft unter so vielen anderen Sachen begraben, dass man sie nicht mehr findet. Selbst verloren gehen einem Sachen noch auf die Nerven.   Wie wäre es wohl, wenn alle diese Sachen verschwänden? Oder besser: die, die uns allen den Blick auf das Wichtige versperren, auf das Leben oder auf uns selbst? Das wäre ein ziemlich guter Deal. Nur leider ist dies nicht wirklich der Deal, den der junge Briefträger in Genki Kawamuras zauberhaftem Buch WENN ALLE KATZEN VON DER WELT VERSCHWÄNDEN mit dem Teufel macht. Ein Teufel im Hawaii-Hemd. Als ein japanischer Briefträger mit Dreißig erfährt, dass er nicht mehr lange zu leben hat, lässt er sich auf einen ungewöhnlichen Pakt mit dem Teufel ein: Für jeden geschenkten Tag, den der Briefträger länger leben kann, darf …

Noch alle Zeit, Alexander Häusser

Von Deichen und Fjorden und Träumen und Freiheit.

Können andere einen darum bringen, das eigene Leben zu leben? Können sie Träume aufhalten wie der Mond die Gezeiten aufhalten könnte? Oder ist man schlicht immer selbst schuld, wenn man sein Glück nicht gleich mit beiden Händen packt und dafür alles andere, alle anderen loslässt? NOCH ALLE ZEIT von Alexander Häusser erzählt anhand zweier Menschen, die sich rein zufällig begegnen, wie befreiend, steinig, traurig oder berührend es sein kann, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen und so auch seine eigenen Konsequenzen zu erschaffen – und dass es allemal besser ist, mit diesen zu leben, als überhaupt nicht zu leben.  „Sie war krank. Eine Krankheit, für die es keinen Namen gab. Er nannte sie die Automatenkrankheit. Manchmal sprang sie an und funktionierte, als hätte man eine Münze eingeworfen. Und im Büro hatten sie wohl Kleingeld.“ Einer dieser Menschen ist Edvard, der nach dem Tod seiner Mutter vor vielen Fragen steht. Er hat sie nicht losgelassen, als der Vater damals wegging und starb. Als später das Glück vorbeikommt, hat Edvard schon alle Hände voll zu …