Alle Artikel in: Kolumne

Leseclubfestival Köln

Mein Lesejanuar: Leseclubfestival Köln!

Ende Januar habe ich das erste Leseclubfestival Kölns besucht! Und ich bin jetzt hier mal offiziell und vollumfänglich begeistert, dass Menschen sich sowas Geniales ausdenken. Die Idee kommt von Tilman Strasser und Dorian Steinhoff von strass & stein, dem Label für Literaturvermittlung. Das Prinzip ist schnell erklärt: 4 AutorInnen, 4 Bücher, 4 Locations! Stell dir vor, du stehst auf einer Party, und alle haben das gleiche Buch gelesen wie du. So ungefähr kann man das Leseclubfestival-Gefühl beschreiben. Denn hier treffen sich an einem Samstagabend je 20 Menschen an vier unterschiedlichen Orten, um zeitgleich über vier Bücher zu sprechen. Mit dabei sind die AutorInnen sowie ModeratorInnen, die durch den Abend führen. Das Buch, das man bespricht, ist praktischerweise direkt im Ticketpreis enthalten: Ich hatte mich im Dezember für DAS MUSEUM DER WELT von Christopher Kloeble entschieden, das mir ein paar Tage nach dem Ticketkauf zugeschickt wurde. Auch wenn der Abenteuerroman, der Ende Februar im dtv Verlag erscheint, ein kleiner Wälzer ist, hatte ich also genug Zeit, um ihn entspannt zu lesen. Die volle Leseclub-Auswahl: Abenteuer, Krimi, …

Ein_Jahr_Buchblog

Ein Jahr Buchblog. Eine Liebeserklärung.

Ich lehne mich zurück und denke nach. Vor genau einem Jahr habe ich den ersten Artikel auf Ninas Buchblog veröffentlicht, und wenn ich hier & heute beim ersten Kaffee Bilanz ziehe, dann wird mir eines klar: Der Blog hat mein Leben gerettet. Mein kreatives Leben, das früher zum Großteil aus Schreiben und Lachen und Stolzsein bestand und dann auf einmal gar nicht mehr.  Das Lesen und das Schreiben waren für mich von Anfang an zwei riesengroße Entdeckungen. Schon in der Grundschule habe ich mich gefühlt wie die absolute Superheldin, weil das, was da stand, auf einmal Sinn ergab. „Nein, Nina, nein“ waren die ersten Worte aus meinem Deutschbuch, die ich alleine lesen konnte. Die Nina aus dem Buch sollte nicht alleine über die Straße gehen. Die Nina mit der Nase im Buch war fasziniert. Das Lesen hat mich seitdem durch mein ganzes Leben begleitet. Es gab keinen Abend, keinen Morgen, keine Wartezeit, keinen Krankenhausaufenthalt, keinen Strandurlaub, keinen Sonntag, an dem ich nicht stundenlang gelesen habe. Lesen ist gute Isolation. Es blendet alle Probleme aus, und …

Buch-Top5, 2019

Lesen, freuen, feiern: meine Buch-Top5!

So Leute, ihr seid wahrscheinlich schon längst damit beschäftigt, den Schampus kaltzustellen, das Paillettenkleid aufzuschütteln oder eure guten Vorsätze für 2020 an den Kühlschrank zu pinnen. Und ich sitze hier noch rum, gucke nach draußen und denke über Bücher nach, bevor die Welt sich wieder so schön weiterdreht und gute Freunde zum Feiern ins Haus spült. 2019 war ein turbulentes, gutes Jahr mit vielen kleinen Neuanfängen. 2020 kann ich das ausbauen, was ich angefangen habe, und ich freue mich riesig darauf. Aber welche Bücher haben es eigentlich so richtig gerockt, dieses Jahr? Hier sind meine ultimativen Top5! Die, die mich auch nach dem Zuklappen nicht mehr so schnell losgelassen haben. Die, die mich zum Lachen oder auch mal zum Heulen gebracht haben. Die mit den bildschönen Einbänden und den verrücktesten Einfällen. Ehrlich gesagt hätte meine Auswahl auch auf fünf andere fallen können, denn das Jahr war voll mit guten Geschichten. Ich wünsche dir einen super Start in die Zwanziger. Lass es krachen und tanze auf dem Zettel mit deinen guten Vorsätzen herum. Wir sehen uns, …

Lieblingsbücher, eine Auswahl

Die Lieblingsbuch-Lüge.

Letztens vor hundert Jahren haben mein Kollege Jens und ich nach Ewigkeiten im gleichen Büro festgestellt, dass wir das gleiche Lieblingsbuch haben. Seitdem sind wir in meinem Herzen quasi im gleichen Club, nämlich im „Straße-der-Ölsardinen-coole-Leute-Club“. Das Buch habe ich mal von meinem Vater geerbt, als der noch längst nicht gestorben war, und selbst damals fiel es schon ziemlich auseinander. Es riecht, wie ein altes Buch eben riechen muss – irgendwas zwischen nassem Hund und muffiger Bibliothekarin. Die Buchseiten sind so gelblich, als hätte ein Farbenblinder sie mit einem Insta-Retro-Filter bearbeitet. Trotzdem wird es geliebt, allein schon wegen seiner inneren Werte. Von mir. Und anscheinend ja auch von Jens und noch ein paar anderen Leuten.  Nur: Ehrlich gesagt habe ich Die Straße der Ölsardinen seit Jahren nicht mehr gelesen. Genau wie alle anderen Lieblingsbücher, die in meinem Herzen im besagten Club im Regal rumstehen. „Oh, das ist mein Lieblingsbuch“, sage ich auf einer Party/in der Kaffeeküche/in der Konzertpause/im Restaurant. Und ich meine je nach Tagesform Wassermusik/Moon over Manhattan/Fänger im Roggen oder den Kleinen Dämonenberater. Oder eben …

Adieu Social, hallo Welt!

Adieu Social, Hallo Welt.

Kein Witz: Gestern Nacht liege ich wach im Bett und zähle aus purer Langeweile meine Social Media Seiten. Als ich bei sechs angelangt bin, reift in mir die Erkenntnis, dass Menschen wie ich niemals so viele Seiten brauchen und dass ich überdies nicht mehr alle Latten am Zaun habe. Gerade ich, die sich ständig beschwert, dass sie so viel zu tun hat. Sechsmal zehn Minuten sind schon eine Stunde, in der ich auch eine Fremdsprache oder Breakdance hätte lernen können. Oder einfach mal rumsitzen und in die Gegend starren. Xing und dieses andere hässliche Networking-Ding, dessen Name mir gerade nicht einfallen will, noch nicht mal mit eingerechnet. Vielleicht würde ich ohne Social Media gerade im Café sitzen und in perfektem Französisch ein Frühstück für zwei bestellen. Zuerst die Frage: Wie viel Social Media wär denn ok? Zwei Seiten vielleicht, denke ich. Zwei ist immer gut. Zwei ist nicht so einsam wie eins und nicht so übertrieben wie drei. Und dieses ganze Gerede, dass man als Blogger in allen Medien vertreten sein und Reichweite generieren sollte? …

Blogroll

Blogs, die glücklich machen. So abonnierst du sie.

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich angefangen habe Blogs zu lesen. Hört sich komisch an, aber da draußen gibt es so viele davon, dass ich erst mal wie im Modekaufhaus durch die Gegend geirrt bin, bis irgendwas wirklich gepasst hat. Jetzt habe ich ein paar Lieblingsblogs, die mehr oder weniger fest zu meinem Alltag gehören. Meistens lese ich sie, wenn ich irgendwo rumstehe und warte (kurioserweise oft), wenn andere Menschen Zeitung lesen oder ich einfach nur vergessen habe, ein Buch einzustecken (weniger oft). Unterm Strich komme ich so auf mehrere Artikel die Woche. Klar lese ich auch Buchblogs. Und natürlich kommen immer mal wieder neue Blogs hinzu. Zwischen den Zeilen findest du meine Favoriten: Draußen nur Kännchen  This is Jane Wayne Büchermonster Grundsätzlich lese ich Blogs auf dem Handy. Aktuell nutze ich dazu den Feed Reader Feedly. Feed Reader sind quasi sowas wie Follow-Buttons für Blogs und bieten dir den Vorteil, dass du alle aktuellen Artikel deiner Lieblingsblogs quasi als Newsfeed ausgespielt bekommst. Feedly bietet einen kleinen Button an, den man oben in der …

Insta

Instagram. Von Liebe und Zeit.

Seit ich den Blog hab, lese ich seltener Bücher. Zugegeben, eine ganze Menge meiner Zeit geht für Instagram drauf, und manchmal ärgere ich mich darüber. Nicht zuletzt, weil Insta mir vor Augen führt, was ich alles nicht kann. Fotos machen zum Beispiel. Ehrlich gesagt bewegen sich meine Skills im Fotografieren ungefähr auf dem Level meiner Kochkünste: Mit viel Konzentration krieg ich eine anständige Bolognese hin. Fotos für Instagram zu machen ist demnach für mich, als würde ich permanent Menschen zu mir nach Hause zum Essen einladen und sie bitten, Likes zu hinterlassen. Alle sind voll nett, und man wird nie erfahren, warum einige nie wiederkommen. Oh Gott, die haben sich bestimmt den ganzen Abend gelangweilt, und außerdem hatten die gestern schon Italienisch. Und schon sitzt man geknickt in der Sofaecke rum und stellt die komplette Zeit, die man davor in der Küche gestanden hat, ordentlich in Frage.  Klar geht es bei einem Buchblog in erster Linie um Inhalte, aber ich freu mich ja selbst, wenn mein Feed schön aussieht und was hermacht. Zwischendurch, aus purem …

Sophie Mas et al., How to be Parisian

Lesen. Ein Wiedereinstieg.

„Wann liest du das eigentlich alles?“ … fragt meine Freundin und äußert im gleichen Atemzug die Annahme, dass mein Tag wohl irgendwie mehr Stunden habe als ihrer. Generell rede ich in letzter Zeit viel mit Menschen, die eigentlich mehr lesen wollen. Wenn da nur nicht diese ganzen Gründe wären. Abends immer müde. Keine Zeit. Die Kinder. Die Überstunden. Voll motiviert angefangen – und dann wieder weggelegt. Ja, kenn ich. Ich lese trotzdem. Auch mit stressigem Job und Abendessen für vier Personen zubereiten. Nicht alles, was ich lese, ist große Literatur. Aber ich lese, also bin ich glücklich. Meine Top5-Tipps, wie du wieder ins Lesen einsteigen kannst:  1. Finde deine Lesezeit. Ich zum Beispiel lese IMMER morgens nach dem Aufstehen und IMMER abends vor dem Zubettgehen. Frühstücken ohne Buch geht für mich gar nicht, und ich verstehe die Leute nicht, die sich schon morgens abstressen, indem sie ihre Mails lesen oder sich mit Social Media zuballern. Ich mache beides beim ersten Kaffee im Büro. Bis dahin ist in der Regel die Arbeitswelt noch nicht untergegangen, und Instagram ist …