Alle Artikel in: Sachbücher

Das Geschichtsbuch

Schöner schlau werden.

Nur, damit wir das gleich am Anfang geklärt haben: Ich bin echt ziemlich doof. Ich meine jetzt nicht doof im Sinne von unsympathisch, sondern dieses armselige, peinliche Schuldoof. Mathe? Passables Grundschulniveau. Geographie? Ganz bitter. Geschichte? Kein Kommentar. Deshalb bin ich auch vor Freude förmlich hochgehüpft, als ich DAS GESCHICHTSBUCH aus dem Dorling Kindersley Verlag entdeckt habe: Endlich mal einer, der sich auf mein Niveau herunter bequemt und ein kurzweiliges Buch anbietet, bei dem man keine Knoten im Gehirn bekommt. Große Ereignisse, einfach erklärt. Das Buch macht genau das, was draufsteht und zwar ziemlich perfekt: Komplizierte Zusammenhänge werden endlich so dargestellt, dass man sie häppchenweise und ohne Vorkenntnisse inhalieren kann. Also kann man einfach mal in der Kaffeepause in die Französische Revolution reingucken oder nachlesen, was Cäsar so zu Fall gebracht hat. Toll finde ich, dass dabei die treibenden Ideen und Persönlichkeiten im Vordergrund stehen, nicht Jahreszahlen oder schnöde Details: Geschichtliche Strömungen werden anschaulich in einen Zusammenhang gesetzt, so dass man Weltbewegendes mit einem Blick versteht. Auch das Design: 1 plus mit Sternchen. Der kurzweilige Inhalt …

Slow, Brooke Mc Alary

Entdeckung der Langsamkeit.

Ich sag mal so: Wir alle neigen dazu, stets mehr vom Gleichen zu tun und die Dinge einfach anzuhäufen. Vollkommen egal, ob Klamotten oder Alltagstätigkeiten. Auch, wenn es oft gar keinen Sinn macht: Wenn ein es ein Haufen ist, fühlt es sich erst mal gut an. Das Blöde an Haufen ist lediglich, dass die wichtigen Dinge oft ganz unten liegen. Darüber hinaus neigen Haufen oft dazu, unaufmerksame Besitzer unter sich zu begraben.

Notizbücher, Suhrkamp

Notizbücher können Leben retten.

Vor Jahren hat mich mal jemand gefragt, welches Buch ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. „Ein Notizbuch“, habe ich gesagt. Denn bevor ich in Ermangelung einer Alternative immer das gleiche gewellte und meergesalzene Buch gegen die Sonne hielte, würde ich wohl eher ein eigenes schreiben. Außerdem machen Notizbücher verdammt gute Laune, weil sie der Anfang von allem sind. Und ausgesetzt auf einer einsamen Insel hat man früher oder später bestimmt ein klares Gute-Laune-Defizit. Mit einem Notizbuch hingegen ist man direkt viel aufgeräumter.  Voller Tatendrang. Wohlorganisiert. Elaboriert. Man gehört gewissermaßen zu den Klugen unter den Alltags-Schiffbrüchigen. Zu denen, die kapiert haben, was wichtig ist. Jene, deren Gedanken auch Schwarz auf Weiß noch einen Sinn ergeben. Natürlich ist das nichts für jeden, aber Chanel N° 5 ja schließlich auch nicht.  Notizbücher und Chanel N° 5 haben gemeinsam, dass sie einen mit diesem leichten Hauch von purer Perfektion umgeben.  Zumindest bis ich mich das erste Mal verschreibe. Das ist dann der Punkt, an dem mir auffällt, dass ich dringend mal meine krakelige Handschrift überdenken sollte. Und plötzlich ist das Leben …

Why Do Architects Wear Black?, Cordula Rau

Schwarz geht immer.

Ich mag Leute, die Schwarz tragen. Batman, meine große Schwester und meine Kreativdirektoren-Freundin Katja zum Beispiel. Zugegeben, Batman würde in Hellblau auch einfach albern aussehen. Nun verhält es sich bei Superhelden ohnehin so, dass jeder seinen eigenen Farbcode hat. Flash würde nicht in Dunkelblau rausgehen und Hulk wohl kaum in Gelb. Architekten haben aber anscheinend alle den gleichen Hang, nämlich zu Schwarz. Oft kombiniert mit Schwarz. Und zu besonderen Anlässen mal was Schwarzes. Cordula Rau, selbst Architektin und daher auch nicht gerade in Rot unterwegs, wusste auf die Frage eines Managers, warum Architekten kleidertechnisch so monochrom bleiben, keine spontane Antwort. Daher sammelte sie seit 2001 handgeschriebene Notizen ihrer Kollegen und weiterer Kreativer, denen sie immer die gleiche Frage stellte: Why do Architects Wear Black? Aus den gesammelten Notizen ist ein extrem kurzweiliges Büchlein entstanden, das immer wieder überraschende Antworten bereithält. Dazu kommt, dass das selbstverständlich schwarze Büchlein auch innen sehr schön anzusehen ist: Ein kreatives, ästhetisches Sammelsurium toller Handschriften und Statements aller Art. Geschwungen, gediegen, getragen, ausladend, lässig und auch nicht selten einfach mal durchgestrichen …

Sophie Mas et al., How to be Parisian

Adieu Selbstzweifel. Salut Leichtigkeit!

Ich liebe dieses Buch. Ich möchte dieses Buch küssen und abends mit ins Bett nehmen, obwohl ich es schon zweimal gelesen habe. Weil es so schön durchgeknallt ist, sich nicht allzu ernst nimmt und sich irgendwo zwischen totaler Arroganz und offener Rebellion bewegt – eben genau so, wie die Pariserin selbst, die darin beschrieben wird. In How to be Parisian, wherever you are zeichnen Sophie Mas, Audrey Diwan, Caroline de Maigret und Anne Berest ein Frauenbild, bei dem man nicht weiß, ob man vor ihm niederknien oder lieber schnell aus dem Weg springen möchte. Interessant, eigenwillig, fast zwanghaft stilvoll und nicht gerade kompromissbereit. Wozu auch? Kompromisse sind ja auch ungefähr so französisch wie zu viele Accessoires oder Reue nach dem Fremdgehen. Die Pariserin beschäftigt sich eben lieber mit den wichtigen Dingen und neigt ohnehin dazu, “die Welt mittels Blogs und Büchern mit ihren Lebensweisheiten zu überschwemmen“. So kommen konsequenterweise auch im Buch die Lebensweisheiten zuallererst, als praktische Liste „zum Vorsagen vor dem allabendlichen Schlafengehen, selbst wenn man betrunken ist.“ „Hab keine Angst vorm Altwerden. Hab …

Perlen statt Plunder, Andrea Bruchwitz

Weniger ist Wow. Vom ästhetischen Minimalismus.

Ich habe einiges von meiner Mutter geerbt. Die Haarfarbe zum Beispiel, ihre Lebensfreude, ihre Hartnäckigkeit – und auch das schlechte Gewissen, nachdem man sich etwas Schönes nur für sich selbst gekauft hat. Nun ist meine Mutter in den Fünfzigerjahren aufgewachsen, war früh auf sich allein gestellt und weiß, wie es ist, wenn man wenig hat. Ihre (und meine) Lieblingsgeschichte ist die, dass sie den ganzen Monat quasi von einem Glas Milch und einem Brötchen am Tag gelebt hat, um sich am Ende des Monats eine Schallplatte zu kaufen. Meine Mutter war schlank, ja. Und sie konnte großartig Twist tanzen. Heute würde man das vermutlich Minimalismus nennen. Das wertschätzende Bestreben, sich alleine mit dem zu umgeben, was wirklich wichtig ist und dafür vieles andere aufzugeben. Perlen statt Plunder von Andrea Buchwitz beschreibt in diesem Sinne den „Ästhetischen Minimalismus“ als perfekte Lebensform, um durch das moderne, viel zu vollgepackte Leben zu kommen. Ganz gleich, ob man dazu nur die Wohnung, den Kopf oder auch gleich den ganzen Bekanntenkreis entrümpeln sollte. „Sie haben nur ein begrenztes Kapazitätengeflecht aus …

Hallo Klarheit, Kalender

Deine tägliche Portion Lebenshilfe.

Streng genommen ist der Kalender „Hallo Klarheit“ kein Buch. Streng genommen ist das aber auch mein Blog, und deshalb kann ich hier machen, was ich will. Daher heute mal ein Beitrag über einen Kalender. Angefangen hat alles damit, dass ich das Ding ständig als Shopping-Tipp bei Facebook vorgeschlagen bekommen habe. Dazu kam meine ausgeprägte Schwäche für alles, in das man sich Notizen machen kann. Geendet hat es damit, dass ich nun keinen Facebook-Account mehr habe. Denn durch meinen neuen Begleiter habe ich zumindest schon mal gelernt Prioritäten zu setzen – und meine Zeit nicht mehr mit Facebook zu verschwenden. „Mit Klarheit schaffst du Klarheit.“ So steht es im Kalender, der sich aber eigentlich als Selbstführungstool bezeichnet, weil er „Coach und Kalender in einem“ ist. Wie er das macht? Er stellt die richtigen Fragen. Er macht das Positive in deinem Leben sichtbar – und das, was weg kann. Er hilft, den Überblick zu behalten und zu fokussieren. Außerdem sieht er super aus. Klar im Kopf statt durch Ablenkungen vernebelt. Ok, ich brauche vielleicht noch eine Weile, …