Autor: Nina

Edgar Rai, Im Licht der Zeit

Großes Kopfkino.

Willkommen in den Goldenen Zwanzigern, als der Stummfilm den Heldentod stirbt und der deutsche Tonfilm geboren wird: DER BLAUE ENGEL macht Marlene Dietrich über Nacht unsterblich. Der Film ist Kult, der Roman dazu auch als Hörbuch, gesprochen von Schauspielerin Tessa Mittelstaedt, erste Klasse!

Melanie Raabe, Die Wälder

Vier Freunde und der böse Wolf.

„Der Anruf brachte alles zurück. Das Dorf und die Wälder. Das röteste Rot und das schwärzeste Schwarz.“ In ihrem neuen Thriller DIE WÄLDER bringt Melanie Raabe die Medizinerin Nina an die dunkelsten Abgründe ihrer Kindheit zurück: Ein Mädchen ist vor Jahren im Wald verschwunden. Keiner will es gesehen haben. Nur vier Kinder kommen der Wahrheit gefährlich nahe … Zur Story: Als Nina vom plötzlichen Tod ihres Schulfreundes Tim erfährt, ist sie völlig außer sich. Zumal Tim noch kurz vor seinem Ableben versucht hat, Nina zu erreichen. Hat er endlich das letzte Puzzleteil gefunden, um das Verschwinden seiner Schwester Gloria in seiner Kindheit aufzuklären? Dann trudelt auch noch einen Brief von Tim mit genauen Anweisungen ein, und Nina fackelt nicht lange: Sie macht sich auf den Weg in ihr Heimatdorf mitten im Wald, um an Tims Stelle die Wahrheit über Gloria herauszufinden – ausgerechnet mit dem Mann, den sie seit Kindertagen fürchtet. „Die Wälder, das bedeutet: kein Zurück mehr. Keine anderen Menschen mehr. Kein Handyempfang mehr. Die Wälder, das bedeutet: Ab jetzt bist du auf dich …

Ein_Jahr_Buchblog

Ein Jahr Buchblog. Eine Liebeserklärung.

Ich lehne mich zurück und denke nach. Vor genau einem Jahr habe ich den ersten Artikel auf Ninas Buchblog veröffentlicht, und wenn ich hier & heute beim ersten Kaffee Bilanz ziehe, dann wird mir eines klar: Der Blog hat mein Leben gerettet. Mein kreatives Leben, das früher zum Großteil aus Schreiben und Lachen und Stolzsein bestand und dann auf einmal gar nicht mehr.  Das Lesen und das Schreiben waren für mich von Anfang an zwei riesengroße Entdeckungen. Schon in der Grundschule habe ich mich gefühlt wie die absolute Superheldin, weil das, was da stand, auf einmal Sinn ergab. „Nein, Nina, nein“ waren die ersten Worte aus meinem Deutschbuch, die ich alleine lesen konnte. Die Nina aus dem Buch sollte nicht alleine über die Straße gehen. Die Nina mit der Nase im Buch war fasziniert. Das Lesen hat mich seitdem durch mein ganzes Leben begleitet. Es gab keinen Abend, keinen Morgen, keine Wartezeit, keinen Krankenhausaufenthalt, keinen Strandurlaub, keinen Sonntag, an dem ich nicht stundenlang gelesen habe. Lesen ist gute Isolation. Es blendet alle Probleme aus, und …

Buch-Top5, 2019

Lesen, freuen, feiern: meine Buch-Top5!

So Leute, ihr seid wahrscheinlich schon längst damit beschäftigt, den Schampus kaltzustellen, das Paillettenkleid aufzuschütteln oder eure guten Vorsätze für 2020 an den Kühlschrank zu pinnen. Und ich sitze hier noch rum, gucke nach draußen und denke über Bücher nach, bevor die Welt sich wieder so schön weiterdreht und gute Freunde zum Feiern ins Haus spült. 2019 war ein turbulentes, gutes Jahr mit vielen kleinen Neuanfängen. 2020 kann ich das ausbauen, was ich angefangen habe, und ich freue mich riesig darauf. Aber welche Bücher haben es eigentlich so richtig gerockt, dieses Jahr? Hier sind meine ultimativen Top5! Die, die mich auch nach dem Zuklappen nicht mehr so schnell losgelassen haben. Die, die mich zum Lachen oder auch mal zum Heulen gebracht haben. Die mit den bildschönen Einbänden und den verrücktesten Einfällen. Ehrlich gesagt hätte meine Auswahl auch auf fünf andere fallen können, denn das Jahr war voll mit guten Geschichten. Ich wünsche dir einen super Start in die Zwanziger. Lass es krachen und tanze auf dem Zettel mit deinen guten Vorsätzen herum. Wir sehen uns, …

Noch alle Zeit, Alexander Häusser

Von Deichen und Fjorden und Träumen und Freiheit.

Können andere einen darum bringen, das eigene Leben zu leben? Können sie Träume aufhalten wie der Mond die Gezeiten aufhalten könnte? Oder ist man schlicht immer selbst schuld, wenn man sein Glück nicht gleich mit beiden Händen packt und dafür alles andere, alle anderen loslässt? NOCH ALLE ZEIT von Alexander Häusser erzählt anhand zweier Menschen, die sich rein zufällig begegnen, wie befreiend, steinig, traurig oder berührend es sein kann, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen und so auch seine eigenen Konsequenzen zu erschaffen – und dass es allemal besser ist, mit diesen zu leben, als überhaupt nicht zu leben.  „Sie war krank. Eine Krankheit, für die es keinen Namen gab. Er nannte sie die Automatenkrankheit. Manchmal sprang sie an und funktionierte, als hätte man eine Münze eingeworfen. Und im Büro hatten sie wohl Kleingeld.“ Einer dieser Menschen ist Edvard, der nach dem Tod seiner Mutter vor vielen Fragen steht. Er hat sie nicht losgelassen, als der Vater damals wegging und starb. Als später das Glück vorbeikommt, hat Edvard schon alle Hände voll zu …

Das Geschichtsbuch

Schöner schlau werden.

Nur, damit wir das gleich am Anfang geklärt haben: Ich bin echt ziemlich doof. Ich meine jetzt nicht doof im Sinne von unsympathisch, sondern dieses armselige, peinliche Schuldoof. Mathe? Passables Grundschulniveau. Geographie? Ganz bitter. Geschichte? Kein Kommentar. Deshalb bin ich auch vor Freude förmlich hochgehüpft, als ich DAS GESCHICHTSBUCH aus dem Dorling Kindersley Verlag entdeckt habe: Endlich mal einer, der sich auf mein Niveau herunter bequemt und ein kurzweiliges Buch anbietet, bei dem man keine Knoten im Gehirn bekommt. Große Ereignisse, einfach erklärt. Das Buch macht genau das, was draufsteht und zwar ziemlich perfekt: Komplizierte Zusammenhänge werden endlich so dargestellt, dass man sie häppchenweise und ohne Vorkenntnisse inhalieren kann. Also kann man einfach mal in der Kaffeepause in die Französische Revolution reingucken oder nachlesen, was Cäsar so zu Fall gebracht hat. Toll finde ich, dass dabei die treibenden Ideen und Persönlichkeiten im Vordergrund stehen, nicht Jahreszahlen oder schnöde Details: Geschichtliche Strömungen werden anschaulich in einen Zusammenhang gesetzt, so dass man Weltbewegendes mit einem Blick versteht. Auch das Design: 1 plus mit Sternchen. Der kurzweilige Inhalt …

Nachttiger, Yangsze Choo

Juwel in Buchform.

Wer mich näher kennt, der weiß, dass „zu Tränen gerührt“ nicht gerade zu meinen Top-Drei-Allgemeinzuständen gehört. Trotzdem habe ich mir eben tief beeindruckt diesen bildschönen Fünfhundertseiten-Schinken ans Herz gedrückt. Wow, wie toll war das denn bitteschön. NACHTTIGER ist das zweite Buch der Malaysierin Yangsze Choo und das erste, das von ihr auf Deutsch verlegt wurde. Streckenweise liest es sich fast wie ein poetischer Thriller. Oder ein exotisches Märchen. Oder auch mal der reinste Liebesroman. Dieser ungewöhnliche Mix ist es auch, der mich total geflasht und betört hat. Abgesehen davon lese ich gerne Geschichten über ein Stück Geschichte, und wenn sie recht subtil daherkommt.   Britisch-Malaya in den Dreißigerjahren: Der chinesische Houseboy Ren setzt alles daran, um den amputierten Finger seines verstorbenen britischen Herrn zu finden. Denn eine Seele kann nur dann Ruhe finden, wenn alle Körperteile im Tode vereint sind. Genau neunundvierzig Tage hat der elfjährige Ren Zeit, um seine Mission zu erfüllen – so lange, wie Seelen sich noch auf Wanderschaft befinden. Glücklicherweise ergattert der Junge eine neue Arbeitsstelle bei Dr. William Acton, welcher …

Schund und Sühne, Anna Basener

Kitsch reloaded.

Letztens habe ich ein Interview mit Anna Baseler gelesen, die über zehn Jahre lang Groschenroman-Autorin war, bevor sie ihren ersten Roman verfasste. Ehrlich gesagt hatte ich bis dahin noch nie darüber nachgedacht, dass diese ganzen Heftchen nicht einfach so vom siebten Himmel fallen. Besagte Autorin war jedenfalls top im schwülstigen Schreiben, und unter dem Pseudonym Catharina Chrysander wurde sie die „erfolgreichste deutsche Groschenroman-Autorin“ (DIE ZEIT). Irgendwann hatte Frau Baseler sie dann alle mal gehabt, die Happy Ends. Fortan schrieb sie Romane: 2017 erschien ihr ausgezeichnetes Debüt ALS DIE OMA DEN HUREN NOCH TAUBENSUPPE KOCHTE, das im Schauspiel Dortmund auf der Bühne aufgeführt und aktuell fürs Kino verfilmt wird. Im Januar 2019 folgte SCHUND UND SÜHNE. Und da ich eine glühende Verfechterin des einfachen Wortspiels bin, ging mir das Buch einfach nicht mehr aus dem Kopf. Die Story ist simpel und kurzweilig: Eine Berliner Groschenroman-Autorin gelangt durch ein etwas nachlässig vergebenes Literaturstipendium auf ein Schloss in Niedersachsen. Selbstverständlich verliebt sie sich dort schon bald in den Prinzen – nur der steht auf Männer. Ende der Kitschgeschichte? …