Monate: Mai 2019

Sanguineus, Ina Linger

Vampirromane. Eine Kampfschrift.

Seit schätzungsweise hundert Jahren steh ich auf Vampirromane. Wenn ich so darüber nachdenke – und ich denke in der Tat zum ersten Mal darüber nach – dann ist es wahrscheinlich die Kunst, ein- und dieselbe Geschichte immer wieder anders zu erzählen, die mich so fasziniert. Außerdem kommt das Böse oft wahnsinnig charmant rüber und das Gute furchtbar öde. Verkehrte Fledermauswelt eben. Großartig.

Serotonin, Michel Houellebecq

Leider geil!

Ich glaube Hemingway soll mal gesagt haben, dass er die Welt nicht in gute und schlechte Menschen unterteile, sondern in interessante und uninteressante. Houellebecq ist zweifelsohne einer von den interessanten. Im Zusammenhang mit seinem Roman Serotonin wird er sowohl als moderner Prophet gefeiert, als auch als totaler Prolet beschimpft. Ich gehöre zu den Feiernden, denn der Roman fängt derart prägnant den Zustand der ganzen Welt in einem einzigen Menschen ein, dass man sich noch Wochen später fragt, was man da eigentlich Geiles gelesen hat. Die Geschichte ist die des 46-jährigen Florent-Claude Labrouste, der sich entscheidet, seinem Leben ein Ende zu setzen, weil alle Gelegenheiten, dasselbe noch einmal herumzureißen, längst verstrichen sind. Ein Arzt, den ich hier mal locker als unkonventionell bezeichnen würde, verschreibt ihm das Antidepressivum Captorix, das zwar jegliches Sexleben komplett ausschaltet, aber dafür sorgt, dass der Patient zumindest am Leben bleibt. Leider liefert die Droge das „Wofür eigentlich?“ nicht auf dem Beipackzettel mit. „… und da war ich nun, ein abendländischer Mann in mittleren Jahren, der finanziell für einige Jahre vorgesorgt hatte, ohne …

Jeff Kinney, Ruperts Tagebuch

Emils Kids-Tipp: „Ruperts Tagebuch“.

Meine Mutter war in den Tiefen des Internets unterwegs, und da fand sie „Ruperts Tagebuch“ in einem Online-Shop. Da sie wusste, dass ich ein totaler „Gregs Tagebuch“-Fan bin, zeigte sie es mir und wir bestellten es vor. Als es ankam, war ich total aufgeregt und wollte wissen, was sich Jeff Kinney wieder ausgedacht hatte. Und als ich es las, war ich mehr als erstaunt! In dem Buch geht es um Rupert Jefferson und seinen besten Freund Greg Heffley. Erst mal erzählt Rupert vom seiner Persönlichkeit und davon, dass Greg und er wirklich beste Freunde sind. Aber Ruperts Eltern mögen Greg eher nicht so, weil er eben anders ist. Rupert ist ein anständiger Junge, der gut in der Schule ist und immer höflich – und Greg ist genau das Gegenteil von allem… Naja, da haben sich ja zwei gefunden. Rupert hat das Buch übrigens „Zu Nett für diese Welt!“ genannt, weil sein Dad das immer zu ihm sagt. Rupert macht öfters Dinge, die Greg nicht leiden kann. Zum Beispiel Pfeifen oder sagen, dass Greg mit ihm …

Kevin Kwan, Crazy Rich Asians

Soap der Superreichen.

Aschenputtel mal auf Asiatisch: Die studierte Wirtschaftsexpertin Rachel Chu und der Geschichtsdozent Nicholas Young führen seit zwei Jahren ein glückliches Leben in New York, als Nick vorschlägt, gemeinsam zur Hochzeit seines besten Freundes nach Singapur zu reisen und Rachel bei dieser Gelegenheit auch gleich seiner Familie vorzustellen.

Simon Beckett, Die ewigen Toten

Becketts sechster Streich.

In einem stillgelegten Krankenhaus im Norden Londons wird kurz vor dem Abriss die mumifizierte Leiche einer jungen Frau gefunden. Dies ruft den Forensiker David Hunter auf den Plan, der sich nicht nur mit der eigenen Vergangenheit, sondern auch mit beruflichen Grabenkämpfen und einem Tatort herumschlagen muss, der immer wieder böse Überraschungen bereithält.